Logo Vokalensemble Luzern
Eine Geschichte für den Bundesrat

Im Kongresshaus bescherten das Blechbläserensemble Swiss Brass Consort und das Vokalensemble Luzern dem Publikum ein bunt glitzerndes Weihnachtskonzert.

Es war eine herrlich klingende, ja "problemlose" Musik, die da vor recht gut besetzen Rängen im Bieler Kongresshaus dahinströmte. Melodien, die sich an den verschiedensten Veranstaltungen schon tausendfach bewährt haben und die immer wieder gern gehört werden: "Joy the World" oder "Einzug der Königin von Saba" oder "Halleluja" - allesamt Partien aus den berühmten Werken von Georg Friedrich Händel.

Aparte Klangfarben

Diese bekannte Musik lebte in Biel vor allem von den aparten Klangfarben, die das Zusammenspiel von Blechblasinstrumenten und menschlicher Stimme, zum Teil noch mit Harfe ergänzt, ergeben. Besonders schön zum Beispiel die Arie "Let the Bright Seraphim" aus dem Händel-Oratorium "Samson", die von der Sopranistin Beatrice Ruchti mit ihrer klangvollen Stimme gestaltungsfreudig und überzeugend wiedergegeben wurde. Sie wurde von den Blechbläsern und dem Solisten Heinz Saurer (Trompete) einfühlsam begleitet.
Einen überzeugenden Eindruck hinterliess auch die Harfenistin Johanna Baer, die gewissermassen die Seele ihres "Engelsinstrumentes" beispielsweise in "Christmas Lullaby" oder im "Ave Maria" ausdrucksstark zum Klingen brachte. Beim Publikum kamen auch das stimmungsvolle "Adeste Fideles", "American Christmas" (arrangiert von Marcel Saurer) sowie die "Alpenländische Weihnachtslieder" sehr gut an. Beim letztgenannten Stück erwies sich das Vokalensemble Luzern unter der Leitung von Hansjakob Egli sowie das Brass-Ensemble als geschmeidige und einfühlsame Klangkörper.

Der Esel und der Ochse

Einen entscheidenden Beitrag zum guten Gelingen des Weihnachtsabends leistete zudem der Erzähler Stephan Klapproth, der mit seinen gewitzt vorgetragenen Anekdoten und Geschichten zu Vernunft, Toleranz und Menschlichkeit aufrief. Die lebendig vorgetragene Geschichte vom Esel und Ochsen aus dem Weihnachtsgeschehen – sie stammt aus einem Buch seines Bruders, dem Schriftsteller Ruedi Klapproth – wo es um gegenseitigen Respekt und Dialog geht, widmete er sogar dem Bundesrat. Äusserungen über Erinnerungen an die Wärme von früher und Hoffnung rund ums weihnachtliche Geschehen liessen den Menschen im "10 vor 10"-Moderatoren erkennen.

Walter Winkler, Bieler Tagblatt