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Trio bringt Chor zum Swingen

Wenn ein Chorkonzert «S(w)inging Broadway» verspricht, will man das nicht nur hören, sondern auch sehen. Das Vokalensemble Luzern scheute dafür am Sonntag im KKL keinen Aufwand. Auf Grossleinwand wurden Fotos zu den jeweiligen Songs gezeigt. Die Chordamen erschienen mit glitzernden Hüten und Federboas, die Herren in schwarzen Anzügen mit rot und silbern glitzernder Fliege, Dirigent Hansjakob Egli in Frack und Zylinder. Eine Augenweide sind die Tänzer der Musical Factory Luzern: Sie steppen als Paar oder zu viert, und die Schüler zeigen mit bunten Regenschirmen und reizender Choreografie ihr Können.

Wie aber klingt der Broadway? Der Melodienreigen beginnt schwungvoll, es ertönen «Ohrwürmer» wie «New York, New York» (vor Wolkenkratzerschluchten). Hansjakob Egli führt sein Ensemble sicher durch die verschiedenen Medleys. Interessant ist, dass sich der Chorklang intensiviert, als nicht mehr in Choraufstellung, sondern bunt gemischt gesungen wird. Die Sänger sind gut disponiert und werden stets getragen vom einfühlsam und temperamentvoll begleitenden Marc-Hunziker-Trio.

Stimmiges Miteinander

Dem Jazz-Trio, das in zwei Einzelperformances auch mal raffiniert Chopin verjazzt, kommt dabei eine tragende Rolle zu. Es beherrscht den Swing, den Sound, den Rhythmus bestens. Die Sänger können sich darauf verlassen. Eindrucksvoll, wie in Songs von Gershwin, in die Marc Hunziker immer wieder Themen aus der «Rhapsody in Blue» einflicht, der Chor diese summend übernimmt. Dazu steppt ein Tanzpaar – und da treffen sich die drei Ensembles in stimmigem Miteinander. Als Überraschungsgast tritt die junge Sängerin Johanna Bucher auf.

Dieses besondere Feeling kommt allerdings nicht in allen Songs zu Stande. Besonders schwierig ist es, ursprüngliche Solostücke oder Duette wie «Maria» und «Tonight» aus Bernsteins West Side Story chorisch glaubhaft zu interpretieren. Umso schmissiger aber gelingt «I like to be in America». So mitreissend, dass Maurice Illi, der das Programm gut gelaunt moderiert, dem Publikum im sehr gut besuchten Luzerner Saal zusingt: «I like to be in the KKL»!

Gerda Neunhoeffer, Neue Luzerner Zeitung