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Ehrfurcht vor der Messe?

Rossinis letzte Todsünde – Rays religiöse Leidenschaft

Samstag, 1. April 2017, 19.30 Uhr, Konzertsaal Der MaiHof Luzern

In einer spannenden Gegenüberstellung erklingen geistliche Werke voller Kontraste.
Erleben wir bei Rossini das Credo mit Belcanto und begegnen wir Ray und seinem Kyrie mit Gospel-Rock!

Gioacchino Rossini schrieb seine «Petite Messe solennelle» nach seinem spektakulären Rückzug als gefeierter Opernkomponist. Nach einer Phase sparsamer Kreativität, die schon einem künstlerischen «Vorruhestand» nahekam, ragt seine heute weltberühmte Messe als kreatives Unikum hervor. Er nannte sie «Die letzte Todsünde meines Alters». Mit ironischer Distanz spricht Rossini als Opernkomponist wohl seine ambivalente Schreibart im Bereich der geistlichen Musik an. Immer wieder waren die Meinungen der Zuhörer und deren künstlerische Bewertung kontrovers: Mal war von Geschmacksverirrungen mal vom stilistischen Vielerlei des Werkes die Rede.
Doch die Tatsache, dass Rossini eine neue Komposition verfertigt hatte, verbreitete sich schon damals wie ein Lauffeuer bis ins ferne New York. Die ersten Aufführungen in Paris waren aber kein musikalisch-geistliches Spektakel, sondern Konzerte für ein handverlesenes Publikum oder für Pressevertreter in einer mondänen Umgebung. Dieser halbprivate Rahmen war ganz dem Charme und der Besetzung des Werkes verpflichtet. Denn das «petite» bezieht sich lediglich auf die kleine Originalbesetzung mit einer Begleitung durch ein Klavier und ein Harmonium. Die zeitliche Dimension der Messe ist allerdings absolut nicht «petite»: Das Werk dauert volle 80 Minuten.

Ohne respektlos sein zu wollen, habe ich aus meinem Herzen keine Mördergrube gemacht, und in Liebe und Begeisterung eine Auswahl aus dem Werk getroffen. Und die Tatsache, dass ich in unserem Konzert eine andere Besetzung als Begleitung gewählt habe, hätte Rossini sicher wohl ebenso augenzwinkernd akzeptiert.

Robert Ray wirkt als Pianist, Leiter von Universitätschören und Musikprofessor an der University of Missouri. Die Gospel Mass enthält Elemente aus Rock, Swing, Gospel Rock, Medium Rock sowie ruhige, Balladen verwandte Passagen.
Ein ursprüngliches Anliegen des Komponisten war es, mit diesem Werk die Afro-Amerikanische Kultur in den katholischen Gottesdienst einzubringen. Entstanden ist eine Komposition, deren Power und Lebensfreude niemanden unberührt lässt.

Wer den Namen Rossini hört, denkt an zweierlei: An Opern und an Schlemmer-Gerichte. Denn der berühmte Italiener war gleichermassen kreativ-schöpferisch in Küche und Komponierstube tätig.
Wir servieren am Konzert-Abend zwar nicht seine berühmten «Tournedos Rossini» oder seinen «Risotto alla Rossini», aber wir verwöhnen unser Publikum in der Cantina Rossini mit kleinen italienischen Köstlichkeiten und garantieren für echte Italianità.

Hansjakob Egli

Ausführende
Vokalensemble Luzern
Marc Hunziker Trio
Patricia Flury, Sopran
Johanna Bisegger, Alt
Daniel Fejzo, Tenor
Hansjakob Egli, Leitung

Flyer im PDF-Format