Rezension 2023

Considering Matthew Shepard

Urs Mattenberger, Luzerner Zeitung. Eine Besprechung des ersten Projekts unter der Leitung von Pirmin Lang.

Aufführung von Considering Matthew Shepard in der Johanneskirche Luzern

Quelle: Urs Mattenberger, Luzerner Zeitung

«An den Zaun gefesselt wie Jesus ans Kreuz: Vokalensemble Luzern mit bewegendem Konzert und einer Premiere.»

Die Besprechung hebt hervor, wie stark das erste Konzert unter Pirmin Lang in der Johanneskirche Luzern verankert war: musikalisch, räumlich und thematisch. Das Oratorium Considering Matthew Shepard wurde dabei nicht nur als Konzert, sondern als bewusst gesetzte Stellungnahme gegen Diskriminierung und Gewalt gelesen.

Besonders betont wird die Verbindung von Symbolraum und Aufführung. Das Werk von Craig Hella Johnson nimmt die Ermordung Matthew Shepards zum Ausgangspunkt und verknüpft dokumentarische Texte mit Bezügen zur Passionstradition. Laut Rezension gelang es der Luzerner Aufführung, diese Ebenen in eine unmittelbar verständliche und zugleich eindringliche Form zu bringen.

Auch musikalisch wird die Aufführung als vielschichtig beschrieben: Das Instrumentalensemble trug mit Cello, Gitarren und Schlagzeug ebenso zum Ausdruck bei wie die vielen solistischen und erzählerischen Rollen. Einzelne Stimmen seien deutlich hervorgetreten, ohne dass der Gesamtbogen verlorengegangen sei.

Als besondere Stärke wird der Chor selbst genannt. Das Vokalensemble Luzern habe sich im Raum immer wieder neu formiert und dadurch jene Mischung aus Präzision, Räumlichkeit und Emphase gezeigt, die das Konzert zu mehr als einem blossen Dokument eines Saisonprojekts machte.

Die Rezension liest den Abend zugleich als programmatische Ansage: Pirmin Lang führe die von Hansjakob Egli vorbereitete Linie weiter, mit Offenheit für unterschiedliche Stile und mit einem spürbaren Interesse an szenischen Formen.

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